Mrz 28 2008
Verhandlungen zum behindertengerechten Umbau am Bahnhof gehen weiter
Die Stadt muss sich an den Kosten der Erhöhung der Bahnsteige und der Überdachung beteiligen
“Man hält es kaum für möglich. Da muss die Bahn AG die Zugänge zu einem Bahnhof endlich behindertengerecht gestalten und die Bahnsteige erhöhen, um das Ein- und Aussteigen überhaupt gefahrlos zu ermöglichen. Dazu zählt dann natürlich auch die neue Überdachung und der Bau von Rampen, damit Behinderte und Reisende überhaupt erst bequem zum Zug kommen können. Und dann muss sich eine Stadt an diesen Kosten der Bahn beteiligen, sonst macht die Bahn gar nichts”, erläutert Bürgermeister Krätschmer. Die Stadt werde diese Tatsache immer wieder deutlich machen, damit die Bürgerinnen und Bürger auch informiert sind – Und das möglichst in der gesamten Region. Schließlich ist der Bahnhof Wächtersbach für den gesamten Einzugsbereich des Vogelsbergs und Teilen des Spessarts unverzichtbar, so der Rathauschef.
Es gelte deshalb, dafür zu sorgen, dass die Arbeiten zunächst in einem überschaubaren Zeitraum beginnen und die Steuerzahler der Stadt Wächtersbach nicht über Gebühr zur Kasse gebeten werden. “Es reicht schon, wenn wir uns überhaupt an den Arbeiten der Bahn beteiligen müssen. Wenn wir den Schandfleck am Güterbahnhof und am Ortseingang sehen und erkennen, dass die Bahn sich um ihr Eigentum nicht kümmert, sondern nur Parkgebühren abzockt, müssen wir die Kostenbeteiligung unserer finanzschwachen Stadt in engen Grenzen halten”, forderte Bürgermeister Krätschmer die verschiedenen Gesellschaften der Bahn auf, ihren Aufgaben gegenüber den Bahnkunden auch tatsächlich nachzukommen.
Die Gesamtkosten der Umbaumaßnahmen werden auf 5-6 Mio. Euro geschätzt. Die genaueren Ermittlungen werden in den nächsten Monaten erfolgen. “Ich rechne damit, dass wir dann im Frühsommer die abschließenden Gespräche zum Bau- und Finanzierungsvertrag mit der Bahn und dem RMV führen können. Wir sind dann in den sog. Planungsphasen 5-9 und hoffen, dass die Bahn endlich “in die Gänge kommt”.” Schließlich wurden durch die Stadt und den RMV bis jetzt die gesamten Planungen hälftig bezahlt. “Entgegen den früheren Versprechen der Bahn werden wir wohl auf den hälftigen Planungskosten sitzen bleiben. Ohne diese hätte die Bahn jedoch beim Bahnhof nichts, aber auch gar nichts unternommen. Ohne die Stadt und den RMV würden sich die Bahnkunden wohl noch jahrzehntelang die steilen Treppen hinauf und hinunter und in die Züge hinein und hinaus quälen müssen. Dieser Zustand ist für die Bahnkunden, aber auch für die Stadt nicht länger hinnehmbar. Ich hoffe sehr, dass die Bahn ihren Verpflichtungen endlich nachkommt, wobei wir uns im Rahmen unserer bescheidenen finanziellen Möglichkeiten engagieren
werden”, versprach Rathauschef Rainer Krätschmer.
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