Feb 27 2009
Grundsteinlegung für das Wächtersbacher Holzhackschnitzelheizkraftwerk
Fernwärmenetz der Bioenergie GmbH macht unabhängig von Öl und Gas
Das Festzelt war mit Gästen gut gefüllt, als am Freitagmorgen Bürgermeister Rainer Krätschmer seine Begrüßungsrede aus Anlass der Grundsteinlegung begann. Bioenergie GmbH unter der Leitung von Geschäftsführer Jörg Lotz hatte dazu auf den Messeplatz geladen, dort, wo in den nächsten Monaten das Technikgebäude für die Fernwärmeversorgung entstehen wird. Die große Zahl der versammelten Prominenz machte die Wichtigkeit des Projektes für die Stadt deutlich.
Zu Beginn der Feierstunde unterzeichneten Landrat Erich Pipa, Dipl.-Ing. Jörg Lotz, Bürgermeister Rainer Krätschmer und Erster Kreisbeigeordneter Günter Frenz die Urkunde, welche dann mit Münzen, Tageszeitungen und Dokumenten im Grundstein eingelassen wurden. Zur feierlichen Gundsteinlegung waren unter anderem Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai nebst Kreistagsmitgliedern aus der Region, Erste Stadträtin Susanne Turlach und zahlreiche Magistratsmitglieder, Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Koch gemeinsam mit Parlamentsmitgliedern der drei Fraktionen und viele der zukünftigen Fernwärmekunden aus dem Stadtgebiet – allen voran Repräsentanten der zukünftigen Großkunden gekommen.
Bürgermeister Rainer Krätschmer sprach seinen Dank an die verantwortlichen Investoren aus und bekräftigte noch einmal die breite Zustimmung der politischen Gremien für dieses zukunftsweisende Objekt. Er bezeichnete Messechef Wilfried Wilhelm als Paten in Bezug zum Standort; dem Messegelände. Insgesamt werde die stolze Summe von über acht Mio. Euro investiert, die von den regionalen Banken wie Kreissparkasse und VR-Bank solide finanziert sind und so stehe das Projekt auf stabilen Füßen. Mit den örtlichen Großkunden als zukünftige Wärmeabnehmer habe die Bioenergie dauerhafte verlässliche Partner. “Mit dem Blockheizkraftwerk geht Wächtersbach einen großen Schritt in die richtige Richtung, Ökologie und Ökonomie geht in Einklang, wenn dies klug angepackt werde. Das wird mit dem Blockheizkraftwerk in Wächtersbach bewiesen”, lobt Bürgermeister Rainer Krätschmer und spricht seinen Dank allen Verantwortlichen gegenüber aus.
Landrat Erich Pipa verwies in seinen Grußworten zu Beginn auf die Bürgergenossenschaft Bioenergie Burgjoß, mit der Bioenergie Wächtersbach entstehe die zweite große Anlage zur Fernwärmeversorgung. Der Main-Kinzig-Kreis mit seiner Gesamtfläche von 1.400 Quadratkilometer biete mit seinem großen Holzvorkommen gute Voraussetzungen für solche Anlagen. Er sprach von seiner Vision, dass in 20 bis 30 Jahren der Landkreis weitgehend unabhängig von Öl und Gas sein werde. Die politischen Gremien im Main-Kinzig-Kreis hätten seit Beginn den Initiator Jörg Lotz in seiner Idee zur Errichtung des Heizkraftwerkes unterstützt. Neben der Wärmegewinnung werde Strom erzeugt, in einer Menge, die für die gesamte Innenstadt ausreiche. Und so hoffe er mit Burgjoß und nun Wächtersbach auf weitere Investitionen und Modelle der unabhängigen Energiegewinnung und -versorgung im Main-Kinzig-Kreis.
Dipl.-Ing. Jörg Lotz ging, nachdem er die Gäste begrüßt hatte, in seinen Ausführungen auf einige technische Einzelheiten ein. Die erzeugte Strommenge werde ins Netz der Kreiswerke eingespeist. Mit den gewonnen Großkunden wie SFM, Globus, Stadt Wächtersbach und den Main-Kinig-Kreis habe das Projekt umgesetzt werden können, hinzu kommen noch rund 100 Privathäuser im Stadtgebiet. Die Anlage werde im Frühsommer ans Netz gehen und wird eine Leistung von insgesamt fünf Megawatt erreichen. 3000 Tonnen Kohlendioxid, welches als Hauptursache für den Klimawandel gilt, wird durch die Anlage eingespart und nicht in die Atmosphäre gegeben. In den nächsten Jahren solle der Ausbau des Wärmenetzes weiter vorangehen, die Leitungsführung sei schon soweit beplant. An Kosten werden für die Wärmekunden 5 bis 6 Cent pro Kilowattstunde zukommen, dies entspreche dem derzeitigen Ölpreis. Auch die Kosten für den Hausanschluss ans Netz bietet Bioenergie GmbH so an, dass die Privatkunden diesen innerhalb von zwanzig Jahren abzahlen können. Die Gesamtinvestitionssumme des Projektes sei finanziert über die regionalen Banken sowie mit 200Tausend Euro Landeszuschuss und 400Tausend Euro kommen vom Bund.
Kein Kommentar vorhanden. Kommentar schreiben »