Nov 16 2009
Dorfentwicklung: Wächtersbacher Stadtteile planen gemeinsam
FOTO (von rechts): Bürgermeister Rainer Krätschmer, Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai, Erster Stadtrat Andres Weiher und Manfred Geis aus dem Fachbereich Dorferneuerung bei der Übergabe der Antragsunterlagen im Main-Kinzig-Forum.Neue Wege in der Dorferneuerung
Main-Kinzig-Kreis. – In den letzten zwei Jahren setzten sich die Bürgerinnen und Bürger der drei Wächtersbacher Stadtteile Neudorf, Weilers und Hesseldorf mit der Zukunft ihrer Heimatorte auseinander. Dabei stellten sie fest: insbesondere in den Bereichen Kultur, Kindergarten, Sportvereine, Senioren und der mobilen Grundversorgung gibt es enge Verknüpfungen. Daraus entwickelte sich die Idee, einen gemeinsamen Antrag für alle drei Talgemeinden, zum Förderprogramm Dorferneuerung auf den Weg zu bringen.
“Mit dieser angestrebten Kooperation gehen die drei Orte völlig neue Wege”, sagt Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai. Und dazu habe die Stadtverordnetenversammlung in diesem Sommer ein Konzept für die drei Talgemeinden formuliert, das durchaus auch Vorbild für andere Regionen werden könnte.
Wie Bürgermeister Rainer Krätschmer und Erster Stadtrat Andreas Weiher berichten, gab es im Zuge der Vorbereitung einige Informationsveranstaltungen und Besprechungen mit der Stadtverwaltung und den Ortsbeiräten. Bei der Ausarbeitung der Antragsunterlagen war das Planungsbüro Heim beteiligt, darüber hinaus standen in den Stadtteilen für die Erhebung der Gebäudedaten die Ortsvorsteher und weitere Helfer zur Verfügung. “Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld war hervorragend”, fassen Krätschmer und Weiher die ersten Schritte zusammen.
Neben der Einzeluntersuchung der Stadtteile wurde eine kommunale Gesamtbetrachtung unter Berücksichtigung aller Stadtteile in der Bewerbung erstellt; unter Bezugnahme der aktuellen Bevölkerungszahlen sowie der zu erwartenden Entwicklung und der Altersstruktur. Ferner erfolgte eine Abfrage der Entwicklungsziele der Stadt. “Hier zeigt sich, dass die Stadt bereits konkrete Projekte wie ein ärztliches Versorgungszentrum in der Kernstadt sowie eine Stadtbuslinie und die Verbesserung der Lebensmittelversorgung plant, um so beispielsweise auch der demographischen Veränderung zu begegnen”, erläutert Dr. André Kavai.
Auch die bereits vorhandene Kooperation der Talgemeinden beim Betrieb eines gemeinsamen Kindergartens, gemeinsame Vereinstätigkeiten, gemeinsame kirchliche Veranstaltungen und Durchführung von Festen sei ein positives Signal auf die zukünftig zu erwartenden demographischen Veränderungen.
Wie Krätschmer und Weiher berichten, liegt in Hesseldorf der Schwerpunkt auf der viel befahrenen Ortsdurchfahrt und somit in der Suche nach einer Strategie für die zukünftige städtebauliche Entwicklung im Bereich der Bundesstraße (B 276). In Neudorf soll die Förderung und Sicherung der Ortskernentwicklung im Fokus stehen. Die Freifläche zwischen dem Dorfgemeinschaftshaus und der Alten Schule gilt es umzugestalten. Auch für den Bereich des zentralen Platzes “Dalles” und das Alte Rathaus (Museum) ist eine Neugestaltung geplant. In Weilers stehen die Förderung der Innenentwicklung (Sanierung von Privatgebäuden) und die Umgestaltung des Ortsmittelpunktes in Verbindung mit dem vorhandenen Südbahn-Radweg auf dem Maßnahmenplan.
“Wenn wir mit dem vorliegenden Wächtersbacher Konzept in das Programm aufgenommen werden, sind pro Stadtteil voraussichtlich mehrere 100.000 Euro an Fördermitteln einzuplanen”, sagt Kavai und fügt hinzu, der Main-Kinzig-Kreis werde das Projekt in vollem Umfang unterstützen und positiv begleiten.
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