Dez 31 2009

Kunst & Kultur

HeimatmuseumDas Wächtersbacher Heimatmuseum (ehemaliges Rathaus) wird vom Kulturpreisträger 2002 Kurt Schuh geleitet und ist im Besonderen mit dem Heimat- und Geschichtsverein Wächtersbach verbunden. Die beiden Vorsitzenden des Vereins, Gerhard Jahn und Dr. Jürgen Ackermann, sind u. a. auch mit ihren Veröffentlichungen und Vorträgen über die Grenzen Wächtersbachs bekannt.

“Konjunktur für die Kultur”

ist das Schlagwort, dass auch in Wächtersbach angewandt wird. Dabei wird man den Bedürfnissen der Bürger nach mehr als nur oberflächliche Zerstreuung gerecht. Somit hat heute Wächtersbach ein Jahresangebot im Bereich Kultur aufzuweisen, das in seiner Vielzahl früher undenkbar gewesen wäre.

Der Kleinkunstkreis “Märzwind” ging mit gutem Beispiel voran und erweiterte die Aktivität mit dem Kunstsalon im Kulturhaus Aufenau. Kontakt: Jörg Dewald, Tel: 06053/3175.

Unter dem Motto “Kultur fängt bei den Kleinsten an”, begann das Kulturamt Wächtersbach mit einem Projekt in den Kindergärten der Stadt. Die Kinder setzten ein selbst erzähltes Märchen von einem Baum in wunderschöne Bilder um, die in einer viel gelobten Ausstellung im Wächtersbacher Rathaus zu sehen waren. Dann wurden Kontakte zu SchHeimatmuseumulen, Kulturinitiativen, Vereinen und ansässigen Künstler aufgebaut, um gemeinsam die kulturelle Arbeit in Wächtersbach auszubauen. Rezitationen und Lesungen, große und kleine Ausstellungen, “Art im Amt” und große künstlerische Aufführungen stehen in der Bilanz des Kulturamtes Wächtersbach, zu der auch die Anwerbung und Betreuung der auftretenden Künstler, allgemeine Werbung, diverser Schriftverkehr und die Organisation der kulturellen Veranstaltungen wie z. B. des Kultursommers im Schlosspark gehören.

“Kultur im umfassenden Sinne, als Humanisierung und Sensibilisierung des menschlichen Zusammenlebens”, nennt die Kulturbeauftragte der Stadt Wächtersbach Frau Roswitha Maria Gerwin, “die schönste Aufgabe in einer Gemeinde”.

Beiträge zu Kunst & Kultur

Art im Amt

Art im Amt

Unter dem Motto “Art im Amt” lädt die Stadt Wächtersbach regelmäßig zu Ausstellungen von hiesigen Künstler ein. Das Logo “Art im Amt” wurde vor etwa 10 Jahren im Auftrag der Stadt Wächtersbach von dem bekannten Wächtersbacher Kunstmaler und Designer Wilhelm Malkemus entworfen. Dieses Logo wurde zum Erkennungsmerkmal für die zahlreichen Ausstellungen im Rathaus, die unter der Leitung von Beate Hübner, der ehemaligen Kulturbeauftragten der Stadt, standen. Dieses Logo hat sich bewährt und wird weiterhin in gleicher Gestaltung vom Kulturamt Wächtersbach für alle Ausstellungen im Rathaus verwendet.

Beiträge zu Kunst & Kultur

Kultur-Frühling

Kultur-Frühling

Jedes Jahr im Frühling findet der Kultur-Frühling statt. Über einem Zeitraum von etwa 4 Wochen haben Musikveranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen “Kultur” in Wächtersbach. Die Erlöse dieser Veranstaltungen kommen sozialen Einrichtungen in Wächtersbach zu gute.

Beiträge rund um den Kultur-Frühling …

Kunsthandwerkermarkt

KunsthandwerkermarktIm Rahmen der Wächtersbacher Messe findet in Kooperation der Stadt Wächtersbach mit dem Kleinkunstkreis Märzwind mitten in der historischen Altstadt jedes Jahr um April/Mai der Kunsthandwerkermarkt statt.

Beiträge rund um den Kunsthandwerkermarkt …

Künstler

Robert Sterl

Brief Bantzers an Sterl vom 6.9.1893: “(…) Ich denke mir, das Wittgenborn für Dich geschaffen ist. (…) Außer kleinen Bauern besteht die Bevölkerung nur aus Töpfern, die nebenbei auch etwas Ackerbau betreiben. (…)”

(…) Im Herbst 1893 reiste Sterl auf Empfehlung von Carl Bantzer nach Wittgenborn, in eine damals malerische noch unentdeckte Landschaft, die er in den folgenden Jahren immer wieder zu mehr oder weniger längeren Aufenthalten aufsuchte. Zunächst ohne festen Aufenthaltsort, mal bei einem Bauern, mal in einer Gastwirtschaft der Umgebung übernachtend, seit 1900 in einem eigenen Atelier, versuchte er auf langen Streifzügen die landschaftliche Schönheit und Eigenart des Landes und seiner Menschen in kleinen Ölstudien einzufangen.

Von Oktober 1893 bis Mai 1894 entstand eine unglaubliche Fülle von Arbeiten, die ihn noch in den folgenden Jahren weiter beschäftigte. (…)

(…) Die Gedenkausstellung im Rathaus vor 10 Jahren lockte viele Kunstinteressierte von weit her an.

Ab 14. November 2002 gab es für 3 Wochen eine weitere Ausstellung im Rathaus der Stadt Wächtersbach über die Werke des weltberühmten Künstlers Robert Sterl geben. Titel der Ausstellung ist: “Wider das Vergessen”. Organisiert wurde die Ausstellung von Willi Löwer aus Wittgenborn und der Kulturbeauftragten der Stadt Wächtersbach, Roswitha M. Gerwin.

Robert Sterls Atelierhaus in Wittgenborn, Öl, 1903 Töpfer an Drehscheibe und Farbmahlstein, Robert Sterl, Wittgenborn  , 1894

Karl Hix

Der Kunsttöpfer Karl Hix war einer der Wittgenborner Töpfer, der oft von Robert Sterl gemalt wurde. Zur gleichen Zeit wirkte auch der Töpfermeister Adam Appel in Wittgenborn. Schon 1479 wohnte ein Töpfer namens Ulner in Wittgenborn; man kann Wittgenborn also zu Recht ein Töpferdorf nennen. Mit dem Umzug von Evelyn Müller erlosch diese Tradition, aber nicht die künstlerischen Aktivitäten. Sie leben vielfach weiter.

Karl Hix, Kunsttöpfer, Wittgenborn, 1920 Karl Hix, Kunsttöpfer

Evelyn Müller

Die Keramikerin Evelyn Müller hat lange Jahre im legendären Künstlerdorf Wittgenborn gelebt und gewirkt, bis sie vor einiger Zeit mit ihrem Atelier nach Roßbach zog. Der Stadt Wächtersbach bleibt sie jedoch in besonderer Weise treu: sie wirkt jedes Jahr beim Kunsthandwerkermarkt und beim Kultursommer am Schloss mit. Außerdem ist sie dem Kleinkunstverein ‘Märzwind’ angeschlossen und ist Ansprechpartner in allen Fragen rund um Kunst und Kultur.

Die Bilder zeigen ihre Werke bei der Ausstellung zum Kultursommer 2002 im Wächtersbacher Schloss (z.B. die Keramik-Raben im Atrium) und während des Kunsthandwerkermarktes in der Wächtersbacher Innenstadt.

Evelyn Müller Evelyn Müller Evelyn Müller

Ursula Schauberger

1947 geboren in Gelnhausen, 1963-67 Studium Kunstpädagogik in Jugenheim an der Bergstraße, 1967-96 Kunsterzieherin in Gelnhausen und Wächtersbach, 1998 Atelier in Wittgenborn, 2001 Galerie 16 in Wittgenborn.

Ursula Schaubergers Spanne der Themen reicht vom Stillleben, fantastischen Landschaften, eingefangenen Impressionen der näheren Umgebung, Mittelgebirgslandschaften und viel Himmel, bis zu Urlaubserinnerungen. Die bevorzugte Technik von Ursula Schauberger ist die Ölmalerei.

Ursula Schauberger Ursula Schauberger Ursula Schauberger

Hans Joachim Eichenauer (Eiche)

Eiche

“Eiche” Hans Joachim Eichenauer, Jahrgang 1950, Vogelsberger aus Groß-Felda, Büdingen. Frühe Zeichnungen, Malerei, Fotografie, freie Musik. 1973-1978 Hochschule für bildende Kunst, Städelschule, Frankfurt am Main, Akzent Aquarell, “in der Natur – aus der Natur”. Paris, Aix en Provence, Berlin, Stockholm waren wichtige Stationen.

1977 Umzug nach Waldensberg, Wächtersbach. “Um Waldensberg gemalte Bilder”. Holz-, Lehm-, Selbstbau. Seit 1995 freier Journalist. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen. 2001, Verleihung des Kulturpreises der Stadt Wächtersbach.

Eiche Eiche Eiche Eiche

“Zweihundert Morgen Weiherhof”Persönliches Erleben in der ihm gemäßen Technik des Aquarells zu verdichten, ist die Ausdrucksform des Waldensberger Maiers “Eiche”. Der hier vorliegende Druck ist die facettenhafte Auswahl aus dem persönlichen Projekt eines Künstlers, dem Wächtersbach zur Wahlheimat geworden ist.
Zwischen dem 1. November 1988 und dem 31. Oktober 1989 hat “Eiche” an jedem Morgen den Weiherhof aufgesucht und, ungeachtet der Witterung, an jedem Morgen ein Aquarell gemalt. Auf diese Weise entstand die authentische Dokumentation eines Landschafterlebens über den jahreszeit- und witterungsgegebenen Wechsel hin, durch krankheits- und reisebedingte Intervalle nur minimal unterbrochen. Dabei war die Arbeitsweise des Maiers essentiell: “Eiche” arbeitet ohne Vorzeichnung, sein Ziel ist “Die Suche nach dem Wesentlichen durch direkt erlebte Bilder … nach der Natur in der Natur, durch Versenkung . . .”
Der Weiherhof, zwei Kilometer vor Waldensberg gelegen, umfasst zwei Weiher, Land- und Forstwirtschaft, und dient noch heute als Beispiel für die naturnahe Bewirtschaftung von Wald, Wiesen und Seen. Er markiert den Übergang zwischen der milderen Region des Kinzigtales und der Höhenlage, wo der Vogelsberg beginnt, seine rauere Eigenart zu zeigen.
Hans Joachim Eichenauer – “Eiche” hat seine Eindrücke dieser Landschaft stets an jedem Morgen zum Sonnenaufgang festgehalten, also zwischen 4.30 Uhr im Sommer und 8.45 Uhr im Winter. Die strikte Periodizität dieses Vorganges wird vom Künstler selbst als wesentliches Element des Projektes verstanden. “Eiche” wurde 1950 unter dem bürgerlichen Nomen Hans Joachim Eichenauer in Gießen geboren. Nach persönlichen Lehr- und Wanderjahren durch Italien, Frankreich, Marokko und Spanien absolvierte er eine akademische Ausbildung an der Stadelschule in Frankfurt. Nach experimentellen von aktuellen Diskussionen beeinflussten Phasen fond er den ihm gemäßen Ausdruck in der Wiederbelebung des klassischen Landschaftsaquarells und die adäquate Lebensform im Wächtersbacher Ortsteil Waldensberg.
Wie viele Künstler vor ihm fand “Eiche” die erste öffentliche Anerkennung nicht in der engeren Heimat. Sie war vielmehr das Resultat ausgedehnter Auslandsaufenthalte, und manifestierte sich in mehreren Vernissagen und überdurchschnittlichen Verkaufserfolgen in Stockholm und Paris. Das Erleben der skandinavischen Landschaft und das Licht der nordischen Jahreszeiten treten in zahlreichen seiner Aquarelle in Erscheinung. Es mussten allerdings einige Jahre vergehen, ehe die künstlerische Leistung des Maiers Hans Eichenauer auch finanzielle Würdigung fand. In dieser Zeit verdiente “Eiche” seinen Lebensunterhalt als Waldarbeiter im Vogelsberg und arbeitete gleichzeitig an seiner künstlerischen Entwicklung. Es sollten prägende Jahre sein. Die harte körperliche Arbeit dieser Lebens- und Schaffensperiode findet ihren Ausdruck in einer spezifischen Sensibilität gegenüber dem Material, zu Holz und Stein und in einer sehr nachdenklichen Hinwendung zur Natur.
Die hier vorliegende Aquarellen stellen die Auswahl aus zweihundert Aquarellen dar. Die notwendige, harte Beschrankung verlangte eine Entscheidung: Statt einer willkürlichen Auswahl über ein Jahr hinweg fiel die Wahl auf die – dichtere Wiedergabe einer Jahreszeit, des Herbstes. Sie ist hier als Druck zu sehen und mag einen Eindruck davon vermitteln, dass das Aquarell auch heute als Kunstform zum Ausdruck gelebten und erlebten Lebens werden kann.

Joachim Heß M.A.
Mai 1991

Wilhelm Malkemus

Wilhelm Malkemus, Diplom Designer + Maler, In den Rödern 7, 63607 Wächtersbach, Tel. 06053/9406Wilhelm Malkemus, der als leitender Designer bei der Stadt Frankfurt tätig war, wurde 1937 in Bebra geboren. An der Staatlichen Werkkunst Schule Kassel bei den Professoren Jupp Ernst und Karl-Oskar Blase absolvierte er sein Studium in Grafik, Design, Schrift, Malerei und Zeichnen.

Bereits 1964 waren einige seiner Arbeiten auf der documenta III (Industrial Design+ Grafik) vertreten. Heute sind seine Werke im Pariser Centre Pompidou, in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin, in der Deutschen Bibliothek in Frankfurt und Leipzig und bei Graphis in Zürich/New York zu sehen.

Seid 1964 präsentiert er sein Werk der Öffentlichkeit, vor allem in Deutschland und Frankreich.

Wilhelm Malkemus kann sich immer wieder an den zarten Tönen eines abendlichen Wolkenhimmels oder an der Großartigkeit einer Gewitterfront erfreuen. Seine Bilder leben von der Intensität dieser Begeisterung, die er mit Kohle, Aquarell oder in Öl malt.

Einen breiten Raum nehmen Themen aus der Natur ein: geheimnisumwitterte Berggipfel, vom Wind gepeitschte Gräser auf Dünen sind in kräftigen Farben mit pastosem Auftrag festgehalten. Markant ist seine Pinsel- bzw. Stiftführung, die durch die Schraffur zu unterschiedlichen Hell-Dunkelefekten und Licht-Schattenreflexionen führt; aus einer Vielzahl von Linien bilden sich ausdrucksstarke Figuren heraus, die Eindimensionalität des Blattes bekommt eine Tiefenwirkung.

Auszeichnungen
1967/72/73/74 Grafik-Design Deutschland.
1993 Wächtersbacher Kulturpreis

Ausstellungen:
1964 Industrial Design u. Grafik documenta III
in Kassel.
1986-1989/1991-1996 und
2000 Wächtersbacher Kunstsalon.
1988 Schwalmmuseum Ziegenhain.
1991 Rathaus Wächtersbach” Art im Amt”
1993 CentreCulturel Chatillon/Frankreich
1997 Schwalmmuseum Ziegenhain.
2000 Hotel Steigenberger/Bad Orb

Literatur:
Europäisches Kunstlexikon, BavariaVerlag, Starnberg.
Bantzer/Hessen in der deutschen Malerei, Hitzeroth, Marburg /Lahn.
Wollmann/Willingshäuser Malerkolonie u. Kleinsassen.
Ziese/ Allgemeines Lexikon der Kunstschaffenden, arte factum, Nürnberg, Band 4.
Schwälmer Jahrbuch 1989.
Novum, München.
modern publicity, London.1973/74/77/78/81.
Graphis Zürich/ NewYork1996.
Schwälmer Jahrbuch 1999.
Who’s Who in German Design 2002, Design Zentrum Essen.

Malkemus Malkemus Malkemus

Kammersänger Manfred Schenk

Manfred SchenkDer weltberühmte Kammersänger Manfred Schenk verstarb am 13. Dezember 1999 im Alter von fast 70 Jahren (am 23. Januar 2000 wäre er 70 geworden). Ihm zum Gedenken hier einige Zeilen der städtischen Kulturbeauftragten Roswitha Maria Gerwin, so abgedruckt in der österreichischen Zeitschrift “Der neue Merker” die in einer Sonderausgabe ganz dem Künstler Manfred Schenk gedenkt:

“In memoriam Manfred Schenk”

“Gurnemanz’ auf der Bühne und im Leben
Manfred Schenk und Bayreuth – das war mir lange ein Begriff. Wer könnte seinen Gurnemanz je vergessen! Dass ich ihn jedoch persönlich kennen lernen sollte, hätte ich nicht gedacht. Als Manfred Schenk 1990 im Bayreuther “Parsifal” sang, mit Plácido Domingo als Parsifal und Waltraud Meyer als Kundry, die das Publikum zu rasendem Beifall hinrissen, hatte ich in Bayreuth ein Yoga- und Meditationsseminar zu geben, welches Frau Goda Schenk-Marwig besuchte. Zu meinem Thema “Der gewandelte Mensch” passend, zog ich damals Rückschlüsse zu Wagners “Parsifal” und kam dabei auch nicht am “Gurnemanz’ vorbei. Als mir Frau Schenk-Marwig mitteilte, dass ihr Mann auch persönlich hinter der Rolle stand, wurde ich sehr neugierig auf den Menschen Manfred Schenk. Nach dem 1. Akt geleitete mich Goda Schenk-Marwig hinter die Kulissen in die Künstlergarderobe. Ein ganz natürlich-warmherziger Mann kam in voller Größe umarmend auf mich zu. Der Bann war sofort gebrochen. Vom Zuschauerraum aus gesehen, sind die großen Künstler ja stets meilenweit entfernt. Kaum saßen wir in froher Runde zusammen, trällerte es – trotz Pause – auf den Festspielhausfluren, in unverkennbarer Weise, immer näher kommend, umher. Die Tür ging auf und Domingo kam in ebensolcher natürlichen Art, wie Manfred Schenk sie hat, umarmend auf uns zu. Es war schön zu sehen und zu hören, wie locker diese beiden Sänger miteinander umgingen und einander dennoch große Achtung entgegenbrachten. Nach der Vorstellung warteten die Begeisterten schon im Stamm-Restaurant auf ihren Lieblingssänger und klatschten großen Beifall, als Manfred Schenk den Raum betrat. Er nahm auch diese Honorierung freudig-gelassen hin und nickte jedem wohlwollend zu. Ich bin sehr dankbar, dass es bei dieser ersten Begegnung nicht geblieben ist; denn ich hatte noch manches Mal die Möglichkeit, den großen Sänger zu hören und ihn und auch seine Familie kennen zu lernen. Wir alle bangten bei seinem späteren Krankenhausaufenthalt mit seiner Frau um sein Leben und waren dem Schicksal dankbar, dass uns seine gewaltige Stimme erhalten geblieben ist. Als meine Mutter 80 Jahre alt wurde, überraschten wir sie mit Manfred Schenk, der ihre Lieblingslieder sang. Das halbe Sauerlanddörfchen schwärmt noch heute davon. Überhaupt begann nach seiner schweren Krankheit eine sehr fruchtbare neue Zeit auf der Bühne, die er zusammen mit seiner Frau Goda gestaltete. Sie, die Schauspielerin, rezitierte auswendig “inwendig” lange Balladen und Manfred Schenk sang Balladen, die teils auch auf CD erhalten geblieben sind. Als junge russische Künstler aus der Wächtersbacher Partnerstadt Troizk bei ihm eingeladen waren, kümmerte er sich neben der Gastfreundschaft auch als Lehrer um sie und machte ihnen Mut, weiter zu singen und zu spielen. Zu dieser Zeit war ich schon Kulturbeauftragte der Stadt Wächtersbach. Diese Stellung erhielt ich durch Vermittlung von Manfred Schenk und seiner Frau Goda, die auch damals kulturell mit dem Bürgermeister der Stadt Wächtersbach in gutem Kontakt standen. Einige Stunden vor seinem Tod übergab ich ihm einen Blumenstrauß und bedankte mich für alles, was er mir geschenkt hatte. Heute bin ich froh, dass mir diese Blumenübergabe noch möglich war – wie eine Vorahnung – und verneige mich in Ehrfurcht und Dankbarkeit.

Roswitha Maria Gerwin

Kammersänger Manfred Schenk war auf allen berühmten Bühnen der Welt in großen Bass-Partituren zuhause; davon alleine 12 Jahre Mitglied der Bayreuther Wagner-Festspiele.

Am 12. Juni 1998 wurde ihm von Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt verliehen.

Die Stadt Wächtersbach ist besonders stolz, einem derart berühmten Künstler für fast ein Viertel Jahrhundert eine Heimat geboten zu haben. Ihm und seiner Frau Goda, die sich in seinem Geist weiterhin im kulturellen Bereich der Stadt Wächtersbach engagiert, sei auch an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Manfred Schenk Manfred Schenk

Atelier Exil

Drei in OrangeMein Name ist Constanze Hänsgen, ich wurde am 29.01.1966 in Bochum geboren, aufgewachsen bin ich jedoch in einem kleinen Dorf in Hessen.

Mit etwa 16 Jahren war es mein großer Berufswunsch Maskenbildnerin zu werden (und in der Theaterstadt Berlin zu arbeiten). Voraussetzung hierfür war eine Friseurausbildung, die ich 1982 begonnen habe.

Im Dezember 1983 kam meine Tochter Nathalie zur Welt, deren Erziehung meine ganze Aufmerksamkeit gehörte. Seit etwa 1985 bin ich beruflich in der Ambulanten Altenpflege tätig.

Im Laufe der Jahre habe ich mich für die unterschiedlichsten Dinge wie Tauchen, Motorradfahren, Fotografieren und Kunst interessiert.

Meine Kreativität und mein handwerkliches Geschick lebte ich jeher in der immer wieder neuen Gestaltung meiner Wohnung aus.

Durch meine Tochter, die sich nach der Schule einen künstlerischen Berufsweg vorgestellt hatte, habe ich mich intensiv mit der Malerei und den unterschiedlichsten Materialien beschäftigt und sie für mich selbst entdeckt. Seit November 2004 bin ich Mitglied einer Künstlergruppe und habe ein eigenes Atelier in Meerholz.

Link zum Atelier …

Ich arbeite mit Acrylfarbe, Sand und Metall, aus einem ausgeprägten Farbgefühl entstehen Farbmelodien, die leise klingen, Ton in Ton, oder auch laut aufjubeln. Experimentierfreude und Kombinationsgeschick,- mal zart, versponnen und leise, mal zielstrebig, klar und laut – sind die Basis.

Meine Arbeiten sind nicht einfach großformatige, eintönige Bilder mit gegenständlichen Assoziationen, Farbräume und pulsierende Bilderwelten sind mein Richtungspunkt. Ich möchte mich dem breiten Geschmack der Allgemeinheit nicht unterwerfen, meine Arbeiten sind meist sehr abstrakt und eigenwillig.

Künstler wie Kandinsky, Franz Kline und Mark Rothko haben mich inspiriert. Meine Leidenschaft sind jedoch die Werke des Amerikanischen Künstlers Jackson Pollock.

“Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit”
- Friedrich Schiller -

Atelier Exil Atelier Exil Atelier Exil

Weitere Künstler

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2 Kommentare zu “Kunst & Kultur” vorhanden

  1. K.-H. Grimmschrieb am 25. Mai. 2008 um 16:24 Uhr:

    Da wird doch in Bilderbuch von einer privaten Keramik-Sammlung in einer Scheune in wächtersbach berichtet, aber die Stadt Wächtersbach hat keinerlei Hinweis auf diese schöne Sammlung. Bitte teilen Sie mir mit, wo und wie ich dieses Museum finde. MfG Grimm

  2. Stadt Wächtersbachschrieb am 03. Jun. 2008 um 16:13 Uhr:

    Sehr geehrter Herr K.-H. Grimm, vermutlich sprechen Sie von der Wächtersbacher Keramiksammlung von Klaus und Marlies Keßler im Brachttaler Ortsteil Streitberg. Das Ehepaar Keßler hat vor fünf Jahren das Lindenhofmuseum eröffnet, das Wächersbacher Keramik seit seiner Gründung der Fabrik vor 176 Jahren ausstellt.
    Kontaktaufnahme ist telefonisch unter 0 60 54/67 14 möglich.
    Streitberg gehört nicht zu Wächtersbach, sondern zu Brachttal – aus diesem Grund haben Sie auf der Wächtersbacher Homepage dazu keine Informationen gefunden.
    Mit den besten Grüßen – Martina Glaab, Rathaus Wächtersbach

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